Die BestMe-Frage: Wie du in schwierigen Momenten auf deine stärkste Version zugreifst
Dein Kollege unterbricht dich im Meeting. Schon zum dritten Mal in einer halben Stunde. Du spürst, wie der Ärger hochsteigt, der Kiefer sich anspannt. Deine Stimme wird schärfer, als du es wolltest, der Satz schneidender, als du ihn gemeint hast. Du merkst es erst, als er schon gesagt ist. Nach dem Meeting ärgerst du dich nicht über ihn. Sondern über dich. Über den Ton. Über den Satz, den du dir hättest sparen können.
So laufen schwierige Momente meistens ab. Der Druck ist da, bevor du nachdenken kannst. Der Körper reagiert schneller als der Kopf. Du hattest keine Zeit, dir zu überlegen, wie du reagieren willst – es ist einfach passiert. Und danach bleibt das Gefühl, nicht die Person gewesen zu sein, die du eigentlich sein wolltest.
Die gute Nachricht: Genau an diesem Punkt lässt sich ansetzen. Mit einer einzigen Frage.
Shila Driesch kennt solche Momente aus eigener Erfahrung: „Auch ich kenne das. Auch ich kenne Situationen, in denen der Druck groß war. Ein schwieriges Gespräch. Eine wichtige Entscheidung. Ein Konflikt." Irgendwann stellte sie sich eine einfache Frage: „Was würde meine beste Version jetzt tun?" Diese Frage veränderte ihren Blick. Weg vom Problem. Hin zu der Person, die sie in diesem Moment sein wollte. Nicht mehr perfekt reagieren. Sondern bewusster entscheiden.
Genau das ist die BestMe-Frage: der kurze Moment, in dem du bewusst handelst, statt automatisch zu reagieren. Nicht kompliziert. Aber wirksam, wenn du sie oft genug stellst.
Warum das funktioniert
Unser Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig. Die Wissenschaft nennt das Neuroplastizität. Neue Denk- und Verhaltensmuster entstehen durch Wiederholung. Mentale Stärke ist deshalb kein Talent. Sie ist trainierbar. Jedes Mal, wenn du dir im Druckmoment die BestMe-Frage stellst, trainierst du genau dieses Muster – bis es dir irgendwann leichter fällt als die alte, automatische Reaktion.
Zwei Übungen helfen dir dabei, genau das zu trainieren.
Übung 1: Die BestMe-Frage im Moment stellen
Diese Übung brauchst du genau dann, wenn der Druck schon da ist.
- Innehalten. Ein Atemzug, bevor du antwortest oder reagierst. Diese Sekunde reicht.
- Fragen. Still oder halblaut: „Was würde meine beste Version jetzt tun?"
- Handeln. Wähle die Reaktion, die zu deiner Antwort passt, nicht die erste, die hochkommt.
Wichtig ist nicht, dass die Antwort sofort da ist. Wichtig ist, dass du dir die Frage überhaupt stellst. Am Anfang gelingt das nicht jedes Mal. Das ist normal. Jede Wiederholung trainiert das Muster ein Stück weiter.
Übung 2: Hokus Fokus als Morgen-Routine
Diese Übung bereitet den Boden, damit die BestMe-Frage tagsüber leichter greift.
Noch bevor du aufstehst, nimm dir 30 Sekunden für eine Frage: „Wofür stehe ich heute auf?" Das ist Hokus Fokus. Viele Menschen haben das Gefühl, nur noch zu funktionieren, statt ihren Tag bewusst zu gestalten. Hokus Fokus dreht das um, noch bevor der Tag beginnt: Du entscheidest morgens selbst, was dir an diesem Tag wichtig ist. Wer seinen Tag schon am Morgen ausrichtet, hat es später leichter, sich im Druckmoment an die eigene beste Version zu erinnern.
Zum Schluss
Die BestMe-Frage kannst du noch heute ausprobieren. Du musst nicht auf den nächsten großen Konflikt warten – der nächste kleine Ärger reicht.
Die BestMe-Frage ist eines von sieben Tools aus dem Business Mental Training.
Willst du tiefer einsteigen und deine mentale Stärke Schritt für Schritt aufbauen?
