Digital-Detox-Tipps für den Job – Handy weg, Fokus da
Kurz gesagt: Im Job heißt Digital Detox nicht Verzicht: Das Handy bleibt dein Arbeitsgerät, bestimmt aber nicht mehr deinen Tag. Du schaltest Benachrichtigungen aus, liest Nachrichten zu festen Zeiten, räumst Apps auf und schließt den Tag auch digital ab.
Du sitzt an einem Angebot, das heute noch rausmuss. Das Handy liegt neben der Tastatur, Display nach oben. Es leuchtet kurz auf. Du hast noch nicht einmal hingeschaut, aber der Gedanke ist schon da: Wer war das?
In ihren Vorträgen fragt Shila Driesch das Publikum genau danach: „Wie oft habt ihr am Tag diese Momente, wo euer Handy im Sichtfeld liegt?“ Die meisten müssen nicht lange überlegen.
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Warum das Handy deinen Arbeitstag zerstückelt
Das Smartphone ist immer dabei. Shila beschreibt es so: Egal, wo wir sind, haben wir zu jeder Tages- und Nachtzeit alle relevanten Informationen bei uns. Und mehr als das.
Das Problem ist die Erwartung, die jedes Aufleuchten auslöst. „Was kommt da? Ist es eine relevante Nachricht?“ So beschreibt Shila den Moment, und sie sagt dazu: Das Gehirn mag diese kleinen Ausschüttungen. Deshalb greifst du zum Handy, obwohl du an etwas ganz anderem sitzt.
Jeder dieser Griffe reißt dich aus der Aufgabe. Warum der Weg zurück so viel Kraft kostet, erklärt der Artikel zum Multitasking-Mythos. Hier geht es um das Handy selbst und darum, wie du es so einrichtest, dass es seltener ruft.
Woran du merkst, dass dich das Handy im Job ablenkt
Dafür brauchst du keine App. Ein ehrlicher Blick auf deinen Tagesablauf reicht. Die folgenden Anzeichen gehen auf Fragen zurück, die Shila in ihren Vorträgen stellt.
- Das Handy ist das Erste, was du morgens machst. Bevor du selbst entschieden hast, was heute wichtig ist, haben es die Nachrichten anderer schon getan.
- Du reagierst auf jedes Ping. Egal, woran du gerade arbeitest.
- Das Handy liegt im Sichtfeld. Auch wenn es still ist, wartet ein Teil von dir auf das nächste Aufleuchten.
- Im Meeting ist WhatsApp offen. Auf dem Laptop merkt das doch keiner, denkst du. Shila hält dagegen: „Entweder ihr seid richtig im Meeting oder ihr seid bei WhatsApp. Beides zusammen funktioniert nicht.“
- Deine Pause findet auf dem Display statt. Nach Stunden am Laptop greifst du zum Handy. Erholung ist das für dein Gehirn laut Shila nicht.
Erkennst du dich wieder, ist das kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Schau dir an, wann du zum Handy greifst. Dort setzt du an.
Digital Detox im Job: Das Handy bleibt, die Regeln ändern sich
Viele Ratschläge zum Digital Detox laufen auf Verzicht hinaus. Handy aus, Wochenende offline. Für den Berufsalltag taugt das wenig. Shila hält es für unrealistisch, das Handy während der Arbeit komplett wegzulegen, „weil das Handy ist einfach auch Arbeitsequipment“.
Für sie scheitert Fokus oft an unserem eigenen Verhalten. Verhalten lässt sich ändern, und zwar mit Einstellungen und Gewohnheiten, die du heute noch umsetzen kannst.
Digital-Detox-Tipps für den Arbeitsalltag
Benachrichtigungen ausschalten
Shila hat das akustische Signal für neue Nachrichten ausgeschaltet und die Push-Benachrichtigungen gleich mit. Ihre Begründung steckt schon im Wort: Push-Nachrichten schieben dich durch den Tag. Sie setzt auf das Gegenteil, eine Pull-Strategie. „Ich hole mir diese Informationen, wann ich sie brauche.“
Fang mit den Apps an, die sich am häufigsten melden. Jede, die still bleibt, holt dich einmal weniger aus der Arbeit.
Feste Zeiten für Mails und Nachrichten
Musst du auf jede eingehende E-Mail sofort reagieren? Shila lässt diese Frage bewusst offen, weil sie nicht in jeden Arbeitsalltag schauen kann. Ihr Vorschlag: Zeiten einplanen, zum Beispiel viermal am Tag, und die Nachrichten dann wirklich abarbeiten. Ein Zeitpunkt, den sie nennt, ist kurz vor der Mittagspause.
Eine naheliegende Ergänzung, wenn du ein Team führst: Sag deinen Leuten, wann du Nachrichten liest. Dann weiß dein Team, wann eine Antwort kommt, und muss nicht nachhaken.
Wie du längere Fokusblöcke planst, zeigen die Übungen gegen Ablenkung im Alltag.
Apps aufräumen
Den Schreibtisch räumen viele regelmäßig auf. Die digitale Ordnung bleibt liegen. Shila sagt im Vortrag: „Sagt mir, wie euer Desktop aussieht, und ich sage euch, ob ihr im Fokus seid.“
Ihr Tipp fürs Handy: Schau ab und zu nach, welche Apps du seit Wochen oder Monaten nicht benutzt hast, und wirf sie raus. Was nicht mehr auf dem Startbildschirm liegt, lockt dich auch nicht mehr.
Den Vormittag offline beginnen
Eine ganze Woche Auszeit ist im Job selten drin. Shila schlägt kleinere Formen vor, einen Think Day im Monat oder einen Think Morning. Ihr Beispiel: das Handy erst um 12 Uhr aus dem Flugmodus holen und sich so freie Denkzeit geben.
Eine Abendroutine fürs Handy
Eine Abendroutine ist für Shila „super wichtig“. Sie besteht aus kleinen Handgriffen, die kaum Zeit kosten:
- Anruferliste löschen. Erledigte Anrufe kommen raus, im Telefon und in WhatsApp. Stehen bleibt nur der eine Name, den du heute nicht mehr geschafft hast und morgen anrufst. Shila nennt das ein Erfolgserlebnis, weil du siehst: Das habe ich alles geregelt.
- Chats archivieren. Die Nachrichten sind nicht weg. Sie tauchen wieder auf, sobald jemand schreibt. Aber wenn du WhatsApp öffnest, wartet keine lange Liste auf dich.
- To-dos abschließen und alle Tabs schließen, bevor du schlafen gehst. Dann ist die Schlafqualität laut Shila wesentlich besser. Und guter Schlaf lädt die mentale Batterie wieder auf.
Solche kleinen Erfolge mag das Gehirn, sagt Shila. Es will mehr davon.
Übung: Eine Woche digitaler Feierabend
Aus Gedanken zusammengestellt, die Shila in Vorträgen und Interviews beschreibt. Keine feste Methode aus ihrem Training.
Schritt 1: Einmal gründlich aufräumen. Geh heute alle Apps auf deinem Handy durch. Was du seit Wochen nicht geöffnet hast, löschst du. Bei den übrigen schaltest du Töne und Push-Benachrichtigungen aus, wo sie dir bei der Arbeit nichts nützen.
Schritt 2: Deine Nachrichtenzeiten festlegen. Bestimme, wann du Mails und Nachrichten liest, etwa vor der Mittagspause und am Nachmittag. Schreib dir die Zeiten auf und halte sie diese Woche ein.
Schritt 3: Jeden Abend das Handy aufräumen. Anruferliste leeren bis auf einen Namen, erledigte Chats archivieren, Tabs schließen. Das dauert nur ein paar Minuten.
Schritt 4: Einen Morgen offline starten. Such dir einen Tag in der Woche aus, an dem das Handy länger im Flugmodus bleibt. Shila nennt 12 Uhr als Beispiel. Wenn das in deinem Job nicht geht, wähle eine frühere Uhrzeit, die du wirklich halten kannst.
Schritt 5: Zurückschauen. Frag dich am Ende der Woche: Welcher Handgriff hat mir am meisten Ruhe gebracht? Den behältst du fest bei.
Ein Ping, eine Entscheidung
Irgendwann leuchtet das Display wieder auf, mitten in der Aufgabe. Die Einstellungen oben sorgen dafür, dass das seltener passiert. Was du im Moment tust, entscheidest trotzdem du. Die Leitfrage in Shilas Training passt genau hierher: Was würde meine beste Version jetzt tun?
Manchmal heißt die Antwort: rangehen, weil es der Anruf ist, auf den du wartest. Oft heißt sie: weiterarbeiten und die Nachricht zur festen Zeit lesen.
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Häufig gefragt
Was sind gute Digital-Detox-Tipps für den Job?
Im Job geht es weniger um Verzicht als um klare Regeln fürs Handy. Shila Driesch empfiehlt, akustische Signale und Push-Benachrichtigungen auszuschalten, Nachrichten zu festen Zeiten zu lesen, ungenutzte Apps zu löschen und abends das Handy aufzuräumen. So bleibt das Handy Arbeitsgerät, ohne ständig zu unterbrechen.
Muss ich das Handy bei der Arbeit komplett weglegen?
Nein. Shila Driesch hält das für unrealistisch, weil das Handy für viele Berufstätige Arbeitsequipment ist. Wirksamer ist es, den eigenen Tagesablauf anzuschauen: Wann greifst du zum Handy, und welche dieser Momente kannst du ändern?
Wie oft sollte ich E-Mails und Nachrichten checken?
Eine feste Zahl passt nicht zu jedem Job. Shila Driesch schlägt vor, feste Zeiten einzuplanen, zum Beispiel viermal am Tag, und Nachrichten dann gesammelt abzuarbeiten. Ein möglicher Zeitpunkt ist kurz vor der Mittagspause.
Welche Abendroutine hilft gegen Ablenkung durch das Handy?
Shila Driesch empfiehlt, abends erledigte Anrufe aus der Anruferliste zu löschen und nur den Namen stehen zu lassen, den man am nächsten Tag anrufen will. Dazu kommen archivierte WhatsApp-Chats, abgeschlossene To-dos und geschlossene Tabs vor dem Schlafengehen. Das bringt ein kleines Erfolgserlebnis und laut Shila besseren Schlaf.
Was ist ein Think Morning?
Ein Think Morning ist ein Vormittag ohne Handy, an dem du dir freie Denkzeit nimmst. Shila Driesch nennt als Beispiel, das Handy erst um 12 Uhr aus dem Flugmodus zu holen. Als größere Variante nennt sie einen Think Day im Monat.
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