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Teamresilienz: So stärkst du die Resilienz im Team

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Kurz gesagt: Teamresilienz zeigt sich nach dem Rückschlag. Ein resilientes Team spricht Fehler früh an, sucht Lösungen statt Schuldige und macht denselben Fehler nicht zweimal. Die Grundlage legst du als Führungskraft: mit Vertrauen, gelebten Werten und festen Formaten, in denen Probleme Platz haben. Die meisten Übungen unten brauchen kaum Vorbereitung. Fang mit einer an und wiederhole sie, bis sie zur Gewohnheit wird.

Was ist Teamresilienz?

Teamresilienz ist die Fähigkeit eines Teams, nach einem Rückschlag schnell wieder handlungsfähig zu sein. Ein Auftrag platzt drei Tage vor Projektstart. Das passiert jedem Team. Der Unterschied liegt darin, wie lange es danach dauert, bis alle wieder nach vorn arbeiten.

Shila Driesch beschreibt Resilienz mit einfachen Worten: „Hinfallen, aufstehen, Staub abklopfen, weitermachen.“ Für sie ist das vor allem „die schnelle Reaktion auf eine Herausforderung“. Ihr Bild dafür stammt aus dem Boxring: Wartest du, bis der Ringrichter bei neun zählt? Oder stehst du schon bei zwei wieder auf?

Für ein Team gilt dasselbe, nur mit mehr Beteiligten. Eine einzelne Person kann sich schnell sortieren. Ein Team braucht dafür Vertrauen und klare Absprachen, wie ihr mit Fehlern umgeht. Genau das lässt sich trainieren, zum Beispiel in Workshops zum Business Mental Training für Teams. Mentale Stärke ist kein Talent, auch nicht im Team.

Warum Teamresilienz Chefsache ist

Ob ein Team nach einem Rückschlag zusammenrückt oder auseinanderfällt, entscheidet sich selten im Moment der Krise. Es entscheidet sich vorher, in der Unternehmenskultur.

In ihrer Keynote zur Unternehmenskultur sagt Shila: „Ihr braucht starke Teams, und starke Teams beruhen auf Vertrauen.“ In der Kultur legst du fest, wie viel Vertrauen ihr schenkt und was ihr delegiert. Werte vergleicht sie mit der Leitplanke auf der Autobahn: Sie geben Orientierung und Schutz.

Als Führungskraft oder Geschäftsführung gestaltest du diese Leitplanken. Du bestimmst, ob Mitarbeitergespräche fest im Kalender stehen, ob es wöchentliche Meetings gibt und wie offen dort über Probleme gesprochen wird. Das klingt nach Organisation. Für die Resilienz im Team ist es die Grundlage. Wie du als Führungskraft selbst resilienter wirst, steht im Artikel Resilienz für Führungskräfte.

Woran du ein resilientes Team erkennst

Teamresilienz sieht man nicht im Organigramm. Man sieht sie im Alltag, vor allem an diesen Stellen.

Fehler kommen früh auf den Tisch. In derselben Keynote erzählt Shila ein Beispiel aus der Luftfahrt: Nach einer Reihe von Flugzeugabstürzen bei Korean Air in den 1990er-Jahren zeigte sich, dass meist nicht die Technik versagt hatte, sondern die Zusammenarbeit im Cockpit. Der Copilot merkte, dass etwas nicht stimmte, sprach es aber nur vorsichtig und indirekt an. Der Kapitän stand selbst unter Stress und verstand nicht, was gemeint war. Übertragen auf dein Unternehmen: Je später ein Fehler angesprochen wird, desto teurer wird er. In einem resilienten Team traut sich jemand zu sagen: „Hier läuft etwas schief.“

Das Team sucht Lösungen statt Schuldige. Wenn etwas schiefgeht, fragen alle zuerst: Was können wir jetzt noch tun? Shila zitiert dazu gern IKEA: „Bei uns gibt's das Wort unmöglich nicht. Wir sind dafür angetreten, dass wir Lösungen finden.“

Derselbe Fehler passiert kein zweites Mal. Ein Lehrer hat Shila einen Satz mitgegeben, den sie bis heute nutzt: „Einmal ist keinmal, aber zweimal ist einer zu viel.“ Fehler machen ist okay. Resiliente Teams analysieren sie und lernen daraus. Dann kann ein Fehler sogar Gold wert sein.

Menschen verlassen sich aufeinander. Das Ergebnis einer gesunden Kultur beschreibt Shila so: „Ich kann mich auf mein Team verlassen, und mein Team kann sich auf mich verlassen.“

Resilienz im Team stärken: Übungen für den Arbeitsalltag

Die Übungen bauen auf Gedanken aus Shilas Vorträgen auf. Die Umsetzung für den Teamalltag ist für diesen Artikel abgeleitet. Die meisten kannst du im nächsten Teammeeting ausprobieren.

Übung 1: Ereignis und Reaktion im Team-Rückblick

Aus Gedanken zusammengestellt, die Shila in Vorträgen und Interviews beschreibt. Keine feste Methode aus ihrem Training.

Die Idee dahinter: Ein Ereignis steht fest, eure Reaktion darauf könnt ihr gestalten. Hier setzt Eigenverantwortung an, einer der Faktoren in Shilas Resilienzformel. Wie Shila betont, steckt im Wort Eigenverantwortung die Antwort.

So setzt du die Übung ein: Nehmt einen aktuellen Rückschlag, etwa eine verlorene Ausschreibung. Schreibt auf ein Flipchart links das Ereignis, das feststeht. Rechts sammelt ihr, welche Reaktionen noch offen sind. Die Leitfrage lautet: „Was können wir selbst noch tun, um diese Situation positiv zu beeinflussen?“ Meist ist die rechte Seite deutlich länger, als das Team erwartet.

Übung 2: Die Mitleidsparty mit Zeitlimit

Ärger und Frust gehören dazu. Shila erlaubt sie ausdrücklich: „Eine Mitleidsparty darf jeder mal feiern. Eine Stunde.“ Danach ist Schluss mit Jammern.

Ihr Hintergrund: Das Gehirn arbeitet wie eine Suchmaschine. Wer weiter nach Gründen sucht, warum alles schlecht ist, findet sie auch. Also ändert ihr nach der vereinbarten Zeit bewusst den Suchbegriff. Zwei Fragen helfen dabei:

  • Was läuft gerade trotzdem gut?
  • Was kann ich jetzt tun, um die Situation zu verbessern?

Im Team funktioniert das gut als fester Ablauf: erst Dampf ablassen, mit klarem Ende, dann gemeinsam nach vorn.

Übung 3: Negationen aus der Teamsprache streichen

„Das Gehirn mag kein Vakuum“, sagt Shila. Wer sagt „Bitte versteh mich nicht falsch“, lenkt den Fokus auf das Missverständnis. Besser: „Bitte versteh mich richtig.“ Dasselbe gilt für Sätze wie „Hier dürfen wir keine Fehler machen“. Hängen bleibt das Wort Fehler.

Die Übung: Sammelt eine Woche lang Sätze, die in euren Meetings, E-Mails und Kundengesprächen fallen. Formuliert sie gemeinsam ins Positive. In ihren Workshops schaut Shila mit Teams genau darauf: Welche Wörter verwendet ihr, und wie könnt ihr das Wording anpassen?

Übung 4: Fehler-Analyse ohne Schuldfrage

Aus Gedanken zusammengestellt, die Shila in Vorträgen und Interviews beschreibt. Keine feste Methode aus ihrem Training.

Legt nach jedem größeren Fehler eine kurze Analyse fest. Drei Fragen reichen:

  • Was ist passiert?
  • Was haben wir daraus gelernt?
  • Was machen wir beim nächsten Mal anders?

Die Frage „Wer war schuld?“ gehört nicht dazu. Das Ziel steht im Satz ihres Lehrers: Fehler sind erlaubt, aber nicht zweimal derselbe.

Übung 5: Unangenehme Gespräche üben

Viele Konflikte eskalieren, weil niemand gelernt hat, einen Fehler sauber zuzugeben. In Shilas Workshops gibt es dafür Rollenspiele: Etwas ist schiefgelaufen, jemand muss den Fehler anerkennen und sich entschuldigen. Eine gute Entschuldigung hat nach ihrer Erfahrung bestimmte Phasen. Viele haben das verlernt, weil sie lieber nachgeben, als ein Gespräch wirklich zu führen.

Du kannst im Team klein anfangen: Spielt eine echte Situation aus eurem Alltag durch, zum Beispiel eine verspätete Lieferung an die Kundschaft.

Übung 6: Den Tag nie mit dem Rückschlag beenden

Aus Gedanken zusammengestellt, die Shila in Vorträgen und Interviews beschreibt. Keine feste Methode aus ihrem Training.

Diese Übung kommt aus dem Motocross. Wer beim Training stürzt, beendet es nicht, sondern steigt wieder auf und fährt weiter. So bleibt nicht der Sturz als letzte Erfahrung hängen. Shila überträgt das auf den Arbeitsalltag: Eine schlechte Erfahrung darfst du kurz reflektieren, dann machst du sofort weiter.

Ihr Beispiel aus dem Vertrieb: Nach 40 Anrufen ohne Erfolg machst du weiter – und irgendwann bringt der 51. den Auftrag. Resilienz heißt für sie auch: Momentum halten. Im Team kannst du das fördern, indem ihr schwierige Tage bewusst mit einem kleinen Erfolg abschließt.

Warum einzelne Übungen allein nicht reichen

Eine Übung im Meeting ist ein Anfang. Wirkung entsteht durch Wiederholung. Shila nennt Training neben Zielklarheit und Eigenverantwortung als festen Baustein ihrer Arbeit. Ein Team, das den Rückblick einmal gemacht hat, reagiert beim nächsten Rückschlag noch nicht anders. Ein Team, das ihn über Wochen wiederholt, schon.

Dazu gehört ein klares Warum. Shila vergleicht es mit einem Leuchtturm: Wenn es neblig wird und die ersten Probleme kommen, gibt das Warum Orientierung. Kennt dein Team das gemeinsame Ziel, steht es nach einem Rückschlag schneller wieder auf. Nach dem Rückschlag hilft dann eine Frage aus Shilas Training: Was würde meine beste Version jetzt tun?

Wie so ein Training aufgebaut ist, zeigt der Artikel über Business Mentaltraining. Einen Workshop-Tag Schritt für Schritt beschreibt der Beitrag zum Resilienz-Workshop. Wenn du die Resilienz im Team nicht allein anstoßen willst: Shila trainiert Teams in Workshops zum Business Mental Training, mit Übungen an euren eigenen Situationen.

Häufig gefragt

Was ist Teamresilienz?

Teamresilienz ist die Fähigkeit eines Teams, nach einem Rückschlag schnell wieder handlungsfähig zu sein. Shila Driesch beschreibt Resilienz als schnelle Reaktion auf eine Herausforderung: hinfallen, aufstehen, Staub abklopfen, weitermachen.

Woran erkenne ich ein resilientes Team?

Ein resilientes Team erkennst du daran, dass Fehler früh angesprochen werden, das Team Lösungen statt Schuldige sucht, derselbe Fehler kein zweites Mal passiert und die Menschen sich aufeinander verlassen.

Welche Übungen stärken die Resilienz im Team?

Zum Beispiel ein Team-Rückblick, der Ereignis und Reaktion trennt, eine Mitleidsparty mit Zeitlimit, positive Formulierungen statt Negationen, Fehler-Analysen ohne Schuldfrage und Rollenspiele für unangenehme Gespräche.

Welche Rolle spielt die Führungskraft bei der Teamresilienz?

Eine zentrale. Führung gestaltet die Unternehmenskultur: wie viel Vertrauen geschenkt wird, was delegiert wird, welche Werte gelten und wie ihr mit Fehlern umgeht.

Reicht es, eine Übung einmal durchzuführen?

Nein. Wirkung entsteht durch Wiederholung. Erst wenn ein Team eine Übung über Wochen anwendet, reagiert es beim nächsten Rückschlag spürbar anders.